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Wird Hologramm-Telefonie bald massentauglich?

Die Technik für die Hologramm-Telefonie existiert längst, massentauglich ist sie allerdings noch nicht. Die großen europäischen Mobilfunkanbieter möchten das ändern und kooperieren auf dem Gebiet der Hologramm-Telefonie. Mit dem Ausbau der 5G-Netze und den enormen Bandbreiten sowie der Echtzeitfähigkeit des neuen Mobilfunkstandards stehen mittlerweile die netztechnischen Voraussetzungen zur Verfügung. Die Chancen stehen also nicht schlecht, […]

Die Technik für die Hologramm-Telefonie existiert längst, massentauglich ist sie allerdings noch nicht. Die großen europäischen Mobilfunkanbieter möchten das ändern und kooperieren auf dem Gebiet der Hologramm-Telefonie. Mit dem Ausbau der 5G-Netze und den enormen Bandbreiten sowie der Echtzeitfähigkeit des neuen Mobilfunkstandards stehen mittlerweile die netztechnischen Voraussetzungen zur Verfügung. Die Chancen stehen also nicht schlecht, dass wir beim Telefonieren schon bald unseren Gesprächspartner als realistisches Hologramm sehen werden. Wir erklären Ihnen in diesem Beitrag die Grundlagen der Hologramm-Telefonie, gehen auf die netztechnischen Voraussetzungen ein und stellen die Kooperation der großen europäischen Mobilfunkunternehmen in diesem Bereich vor.

Grundsätzliche Funktionsweise der Hologramm-Telefonie

Hologramm-Telefonie ist längst keine Science-Fiction mehr. Auch wenn es aufwendig und kostspielig ist, technisch ist es bereits heute möglich, die Teilnehmer eines Telefonats in Form bewegter, realistischer Hologramme darzustellen. Grundsätzlich sind dafür diese drei Funktionskomponenten notwendig:

– Eine Aufnahmetechnik für dreidimensionale Bilder

– Eine echtzeitfähige Übertragungsstrecke mit hoher Bandbreite

– Eine Display- oder Projektionstechnik für die 3D-Darstellung der übermittelten Hologramme

Um Personen oder Gegenstände dreidimensional zu erfassen, lassen sich Kameras mit Tiefensensoren verwenden, die an unterschiedlichen Stellen positioniert sind und Bilder aus verschiedenen Blickwinkeln aufnehmen. Ein Computer erzeugt anschließend aus den Bildern und Sensordaten dreidimensionale Modelle. Eine günstigere und mit weniger Hardwareaufwand verbundene Methode zur Erzeugung von 3D-Modellen ist es, die von einer normalen Kamera aufgenommenen zweidimensionalen Bilder mithilfe künstlicher Intelligenz in dreidimensionale Darstellungen hochzurechnen.

Die bewegten 3D-Modelle müssen anschließend übertragen werden. Da für dreidimensionale Modelle wesentlich mehr Daten als für zweidimensionale Bilder anfallen, ist ein Netzwerk mit hohen Bandbreiten und der Fähigkeit zur Echtzeitübertragung mit geringen Latenzzeiten notwendig. Kompressionsverfahren helfen, die Datenmengen zu reduzieren.

Aus den empfangenen Daten des 3D-Objekts müssen sich an der Gegenstelle realistische Hologramme erzeugen lassen. Hierfür stehen verschieden Möglichkeiten zur Verfügung. Beispielsweise sind spezielle Projektoren, Displays mit Lichtfeldtechnik oder Virtual-Reality-Brillen nutzbar. Als Ergebnis sieht der Gesprächspartner den Anrufer, als würde er vor ihm stehen.

5G – ein Enabler für die massentaugliche Hologramm-Telefonie

Wie im vorigen Kapitel erläutert, benötigt die Hologramm-Telefonie enorme Bandbreiten. Große Datenmengen müssen binnen kürzester Zeit drahtlos über weite Strecken transportiert werden. Herkömmliche Mobilfunknetze sind diesen Herausforderungen kaum gewachsen. Doch mit der Einführung der 5G-Mobilfunktechnik und dem Ausbau der 5G-Netze stehen endlich leistungsfähige Mobilfunknetze für die Übertragung realistischer, hochauflösender, bewegter 3D-Bilder in Echtzeit zur Verfügung. Zudem bieten die 5G-Netze eine optimale Unterstützung des für die Hologramm-Telefonie ebenfalls benötigten Edge- und Cloud-Computings.

Die Kooperation der großen europäischen Mobilfunkbetreiber

Schon lange beschäftigt sich die Telekommunikationsbranche mit der Hologramm-Telefonie. Aber mehr als Demo-Installationen oder Insellösungen sind bisher noch nicht entstanden. Das soll sich jetzt ändern. Im Herbst 2022 gaben die großen europäischen Mobilfunkfirmen die Deutsche Telekom, Telefónica, Vodafone und Orange bekannt, dass sie auf dem Gebiet der Hologramm-Telefonie kooperieren. Es soll eine gemeinsame Plattform zur Übermittlung dreidimensionaler Darstellungen entwickelt werden. Geht es nach den Vorstellungen der Mobilfunkunternehmen, ist die Hologramm-Telefonie schon in etwa zwei Jahren massentauglich und für Endkunden verfügbar. Erklärtes Ziel aller Kooperationspartner ist es, diese Form der Kommunikation für alle zugänglich zu machen.

Der Angerufene wird allerdings eine Virtual-Reality-Brille benötigen. Er kann den Oberkörper des Anrufers in seiner Brille als dreidimensionales Hologramm sehen, der Anrufer den Angerufenen aber nicht. Es gibt bei der Verbindung nur ein Hologramm. Für den Anrufer fühlt sich die Hologramm-Telefonie wie ein normales Videotelefonat an. Das dreidimensionale Bild des Anrufers wird erzeugt, indem das von der Selfie-Kamera aufgenommene zweidimensionale Bild mithilfe künstlicher Intelligenz, einer 3D-Rendering-Engine und Edge-Computing zu einem dreidimensionalen Objekt in Echtzeit hochgerechnet wird. Die Künstliche Intelligenz ergänzt zum Beispiel den Hinterkopf oder die Ohren. Für die Erzeugung dreidimensionaler Abbildungen kommt eine Softwarelösung des Unternehmens Matsuko zum Einsatz. Voraussetzungen für diese Art der Hologramm-Telefonie sind der Mobilfunkstandard 5G und die Bereitstellung von Rechenleistung via Edge-Computing.

Genaue Daten, wann die gemeinsame Plattform fertig sein soll und was sie kosten wird, gibt es nicht. Es bleibt spannend abzuwarten, wann die Hologramm-Technik für alle zur Verfügung steht und ob sich diese Art des Telefonierens tatsächlich als alltagstauglich erweisen wird.