Die Vernetzung intelligenter Geräte wird sowohl im Privatbereich als auch in der Industrie immer wichtiger. Neben LTE Cat. M1, NB IoT und LoRaWAN zählt auch SigFox zu den wichtigsten Verbindungstechnologien, die für das (industrielle) Internet der Dinge verwendet werden. Hierbei handelt es sich um eine weitere Low Power Wide Area Network (LPWAN) Technologie, die das unlizensierte Frequenzspektrum nutzt. 

SigFox wurde entwickelt von dem gleichnamigen französischen Telekommunikationsunternehmen. Die Technologie findet insbesondere dann Anwendung, wenn bei der Datenübertragung große Entfernungen zu überbrücken sind, oder nicht auf eine einfach verfügbare flächendeckende Stromversorgung zurückgegriffen werden kann. 

Wie funktioniert SigFox und wie unterscheidet es sich von anderen Übertragungstechnologien? 

Nach eigenen Angaben des Unternehmens deckt die SigFox-Übertragungstechnologie aktuell 72 Länder und zusätzlich einen Großteil der für den internationalen Waren- und Personentransport wichtigen Flughäfen ab. Im Gegensatz zu LoRaWAN ist hier bereits eine nutzbare Infrastruktur vorhanden und es muss kein eigenes Netz aufgebaut werden. Dies sorgt dafür, dass SigFox besonders leicht zu installieren und in Betrieb zu nehmen ist.  Allerdings ist dadurch auch eine Abdeckung des betreffenden Gebietes zur Nutzung der Technologie unabdinglich. Kleinere Löcher in der Versorgung können aber mit eigenen Verstärkern, beziehungsweise Empfängern überbrückt werden. Zusätzlich ist der Nutzer auf das Unternehmen als Hardwarelieferanten angewiesen, eine unabhängige Nutzung wie bei mobilfunkbasierten Technologien ist nicht möglich. 

Technisch werden die Sensorgeräte bei der Verwendung von SigFox auf 140 Datenübermittlungen pro Tag und 12 Byte je Nachricht limitiert. Die außerdem vergleichsweise geringen Übertragungsgeschwindigkeiten und Frequenzzeiten resultieren in einem außergewöhnlich niedrigen Energieverbrauch. Sender, die SigFox verwenden sind deswegen über viele Jahre hinweg im Batteriebetrieb einsetzbar. Gleichzeitig bewirken die genannten Faktoren aber auch, dass die Übertragungstechnologie nicht für alle Anwendungsfälle geeignet ist. 

Wie bereits erwähnt, greift SigFox-Technologie auf das unlizensierte Spektrum zurück. Genutzt wird ein offener Standard auf Sub-Ghz-Frequenzbändern, auf den jeder Anbieter zurückgreifen darf. Welche Frequenzen dies genau sind, variiert von Land zu Land. In Europa liegen sie bei 868 MHz, in den USA beispielweise bei 900 MHz. Durch die Nutzung dieser Spektren entfallen die im Mobilfunknetz anfallenden Lizenzgebühren. Außerdem ermöglicht SigFox die Nutzung eines globalen Netzwerkes ohne Roaminggebühren. Auf der anderen Seite kann die offene Verfügbarkeit der Frequenzen aber auch zu Störungen führen. 

Die von den intelligenten Sensoren und anderen Geräten erhobenen Daten werden an die SigFox Cloud gesendet. Der Kunde kann über eine Programmierschnittstelle auf sie zugreifen. Die beschriebenen Charakteristika machen die Übertragungstechnologie besonders kostengünstig. Außerdem ist eine sichere Übertragung der Daten gewährleistet. 

Die Anwendung von SigFox im Internet der Dinge 

Wie bereits erwähnt, eignet sich SigFox nicht für alle Anwendungsfälle. Nicht geeignet ist die Übertragungstechnologie für kritische Anwendungen, wie beispielsweise Notrufsysteme. Dies ist begründet in der Störanfälligkeit des unlizensierten Frequenzspektrums und in der begrenzten Anzahl der durchgeführten Übertragungen. 

Ähnlich wie LoRaWAN, wird auch SigFox häufig in Smart City Szenarien angewendet. Die Hauptanwendung findet man jedoch in der Logistik: Hierzu ist SigFox aufgrund der breiten Abdeckung von internationalen Flughäfen und der Möglichkeit einer kostengünstigen globalen Datenübertragung besonders gut geeignet. Es können beispielsweise Container mit Sendern ausgestattet werden, die konstant mittels SigFox-Technologie die Koordinaten, Luftfeuchtigkeit, oder Temperatur an Transportunternehmen übermitteln. 

Zusätzlich wird die Übertragungstechnologie in der Versorgungswirtschaft angewendet. Sie ermöglicht beispielsweise die Überwachung von Wasserversorgungsnetzen und Strommasten, oder die Übermittlung von Speicherfüllständen. In der Landwirtschaft können Bodenfeuchtigkeit und Nährstoffgehalt übermittelt, oder der Standort von Tierherden überwacht werden. All diese Anwendungen reduzieren die Anzahl der notwendigen vor-Ort-Besuche durch Fachpersonal. 

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