LTE vs. 5G (Teil 5): Die Benötigte Netzinfrastruktur

5G

Mit dem Mobilfunkstandard 5G ergeben sich viele neue Möglichkeiten. Einige davon klingen utopisch, wiederum andere geradezu atemberaubend: Die Echtzeitübertragung der Daten verleiht besonders dem autonomen Fahren einen wahren Daten-Boost. Die Wohnungen von älteren Menschen können mit Sensoren ausgestattet werden, die nach einem Unfall dieser Person von selbst die Rettung alarmieren. Aufgrund dieser Beispiele fiebern neben der deutschen Wirtschaft und Politik auch viele neugierige Handy-Nutzer dem weiteren Ausbau des Netz-Nachfolgers von LTE entgegen. Doch welche Netzinfrastruktur benötigt das 5G-Netz und warum wird in diesem Zusammenhang der Begriff Basisstation so häufig genannt?

 5G: Was ist eine Basisstation?

Jedes Mobilfunknetz benötigt ortsfeste Funkstellen an verschiedenen Standorten, um die Netzabdeckung im Land zu gewährleisten. Die Mobilfunkantennen werden an Dächern und Stahlrohrmasten von Gebäuden montiert. Eine LTE-Basisstation beinhaltet zumeist zwei Mobilfunkantennen. 5G nutzt ebenso wie LTE die Multi-Antennen-Technologie MIMO, damit mehrere Endgeräte über ein Frequenzband versorgt werden können. Während 4G-MIMO das Verfahren Frequency Division Duplex einsetzt, verwendet 5G-MIMO das Time Division Duplex-Verfahren. Durch das Massive-MIMO von 5G wird eine höhere Bandbreite für mehrere Nutzer am selben Ort erreicht.

Eine einzige 5G-Antenne beinhaltet 64 Mini-Antennen, die sich auf bestimmte Plätze ausrichten lassen. Jede Basisstation von 5G ist an einem kleinem Rechenzentrum angeschlossen. Mobile Edge Computing, kurz MEC, stellt am Rand des vorhandenen Mobilfunknetzes unterschiedliche Services für seine Nutzer bereit.

Warum erhöht 5G gegenüber LTE den Bedarf an Basisstationen?

Während die Mobilfunkstandards 3G und 4G nach dem Gießkannenprinzip funken, nutzt die fünfte Generation des Mobilfunkstandards eine neue Antennenarchitektur. Bei dem Quattro-Antrieb MIMO handelt es sich um vier Sendeantennen, die sich an Masten befinden und vier Empfangsantennen im genutzten Endgerät versorgen. Von Beamforming wird gesprochen, wenn eine aktive Antenne gleichzeitig 64 Signale aus seinen vorhandenen Mini-Antennen ausstrahlen kann. Damit das Tempo des 5G-Netzes funktioniert, müssen alle seine Basisstationen an das Glasfaser-Netz angeschlossen werden.

Die kleineren Längen der Sendewellen sind der Grund, warum sich das Signal von 5G nicht so weit ausbreiten kann. 5G benötigt also mehr Antennen zur Abdeckung einer Umgebung als LTE.

Wie schauen die aktuellen Ausbaupläne der deutschen Provider aus?

Laut Informationen der Telekom stehen ihren Kunden bereits 30.000 Antennen in über 3.000 Gemeinden und Städten zur Verfügung. Das bedeutet, dass das 5G-Mobilnetz bereits 40 Millionen Deutsche erreicht. Als nächstes Ziel möchte die Telekom zwei Drittel der deutschen Bevölkerung mit dem neuen Mobilfunkstandard versorgen.

Vodafone hat sein eigentliches Jahresziel schon erreicht. Die 3.000 Antennen des Netzbetreibers befinden sich an mehr als 1.000 deutschen Standorten. 10 Millionen Menschen in Deutschland können bei Vodafone mit 5G versorgt werden. Das neue Jahresziel möchte 5G zu 15 Millionen Deutschen bringen.

Der Netzbetreiber Telefonica/O2 besitzt aktuell 150 Basisstationen und möchte diese Anzahl bis Ende 2021 auf 2.000 Basisstationen erhöhen. 1&1 Drillisch nutzt derzeit lediglich die Netze der anderen 5G-Anbieter mit.

 

Wir arbeiten mit Hochdruck an einer 5G Variante unserer beliebten Netztester. Die Netztester LTE der ENQT GmbH können heute bereits in sämtlichen Ausführungen 2G, 3G und 4G testen und sind bei der Überprüfung eine große Unterstützung . Haben Sie Interesse an Mobilfunkmessungen? Besuchen Sie gerne unseren Shop, schreiben Sie uns eine E-Mail oder rufen Sie uns an +49 40 35 73 20 65! Wir stehen Ihnen gerne zur Verfügung.

, , ,

Ähnliche Beiträge

Hybridunterricht und Homespots: Mobilfunkversorgung an den Schulen

Mobilfunknetze

Die COVID-19 Pandemie hat in Deutschland einige Mängel in der Digitalisierung aufgedeckt. Auch an unseren Schulen sind einige Probleme deutlich sichtbar geworden, die hierauf zurückzuführen sind. Kaum eine Schule ist organisatorisch oder technisch auf digitale Unterrichtsformate und Distanz-, Wechsel- oder Hybridunterricht vorbereitet. Neben geeigneten Endgeräten wie Laptops oder Tablets fehlt es den Schulen vor allem an schnellem Internet und drahtlosem WLAN in den Unterrichtsräumen. An vielen Schulen sind die technischen Voraussetzungen für eine schnelle Bereitstellung von Breitbandinternet und WLAN überhaupt nicht gegeben. Eine Alternative bieten in solchen Fällen sogenannte Homespots oder Mobile Hotspots im Zusammenspiel mit der Mobilfunkversorgung der Schulen.

Weiterlesen

Der Aktuelle Stand des 5G-Netzausbaus in Deutschland

5G, Mobilfunknetze

Mit Hochdruck arbeiten die deutschen Mobilfunkbetreiber am Ausbau der 5G-Technik. Zukünftig wird es mit der Deutschen Telekom, Telefónica (O2), Vodafone und der 1&1 Drillisch AG vier Netzbetreiber in Deutschland geben, die den neuen Mobilfunkstandard flächendeckend anbieten. Schon heute ist die LTE-Nachfolgetechnik in zahlreichen Städten und Regionen für viele Millionen Menschen nutzbar. Wie der aktuelle Stand des 5G-Rollouts ist, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Weiterlesen

Installation intelligenter Messsysteme: Mit dem Netztester LTE in 6 Schritten zum Erfolg!

Die planmäßige Funktionsweise intelligenter Messsysteme hängt maßgeblich von der Mobilfunkanbindung ab. Diese zu gewährleisten ist die größte Herausforderung bei der Installation intelligenter Messsysteme. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, am Installationsort vor dem Einbau der Messeinheit eine Mobilfunkmessung durchzuführen. In diesem Beitrag erklären wir Ihnen, wie sie die ENQT-Netztester einsetzten können, und in sechs einfachen Schritten eine erfolgreiche iMSys-Installation durchführen.

Weiterlesen
Menü