Die 3G-Netzabschaltung kommt – 2021 ist es soweit

Die Mobilfunkprovider sind derzeit massiv damit beschäftigt, die neue 5G-Mobilfunktechnik in die Fläche zu bringen. Gemeinsam mit der vierten Mobilfunkgeneration (LTE) soll 5G Deutschland fit für die Digitalisierung machen. Ein Nebeneffekt des Netzausbaus ist, dass die in die Jahre gekommenen 3G-Mobilfunktechnik (UMTS) nach fast 20 Jahren verschwindet. Die großen deutschen Mobilfunkbetreiber Deutsche Telekom und Vodafone haben die 3G-Netzabschaltung für das Jahr 2021 angekündigt. Im Folgenden erklären wir Ihnen die Gründe für die 3G-Netzabschaltung und zeigen Ihnen die Vorteile und Folgen für Netzbetreiber und Mobilfunkkunden. 

Was sind die Gründe für die 3G-Netzabschaltung? 

3G war einer der Wegbereiter der mobilen Internetnutzung. Doch die Technik ist in die Jahre gekommen und den Anforderungen moderner mobiler Kommunikation nicht mehr gewachsen. Sowohl was die Latenzzeiten als auch was die Datenübertragungsraten angeht, kann 3G mit den neueren Standards LTE und 5G nicht mehr mithalten. So ist die Downloadgeschwindigkeit eines 3G-Geräts auf 42 Mbit/s beschränkt, während sich mit LTE-Geräten mehrere hundert Mbit/s und mit 5G-Geräten sogar 1.000 Mbit/s und mehr erreichen lassen. Zudem arbeitet die mobile 5G-Datenübertragung mit Latenzzeiten im Millisekundenbereich quasi verzögerungsfrei. Mobile Anwendungen wie autonomes Fahren sind deshalb nur mit flächendeckenden 5G-Netzen möglich. 

Neben den niedrigen Übertragungsraten und den hohen Latenzzeiten ist ein weiterer Grund für die 3G-Netzabschaltung, dass die 3G-Netze Frequenzbereiche belegen, die die Provider für den weiteren Ausbau ihrer LTE- und 5G-Netze benötigen. Zudem erzielen LTE und 5G größere Reichweiten und sorgen für eine bessere Netzabdeckung als dies mit den veralteten 3G-Netzen möglich ist. Für die Mobilfunknetzbetreiber ist es daher höchste Zeit, 3G in den wohlverdienten Ruhestand zu schicken. 

Welche Vorteile haben Mobilfunkbetreiber durch die 3G-Netzabschaltung? 

Für die Mobilfunkbetreiber ergeben sich durch die 3G-Netzabschaltung ein ganze Menge Vorteile. Sie benötigen weniger zusätzliche Frequenzbereiche und können die frei werdenden 3G-Frequenzbänder für die neue Technik verwenden. Die längst abgeschriebene 3G-Hardware lässt sich durch neue Technik ersetzen und teure Wartungsverträge mit den Herstellern der Netzwerktechnik können gekündigt werden. Denn auch für die Netzwerkausstatter ist die alte 3G-Technik überholt und lässt sich nur noch mit großem Personal- und Kostenaufwand den Providern zur Verfügung stellen. Viel lieber möchten die Hersteller und die Mobilfunkprovider ihre Ressourcen für 5G nutzen. Ein weiterer Vorteil ist, dass LTE- und 5G-Netze wesentlich energieeffizienter arbeiten als alte 3G-Netze. Der Umstieg auf LTE- und 5G-Mobilfunk erfolgt nahtlos. Die LTE- und 5G-Netze werden in der Fläche installiert und die Kunden von 3G auf die neue Technik migriert. 

Welche Folgen hat die 3G-Netzabschaltung für Mobilfunkkunden? 

Damit die 3G-Netzabschaltung für die Mobilfunkkunden möglichst nahtlos und unbemerkt vonstattengeht, machen die Mobilfunkanbieter alte 3G-Verträge LTE-fähig oder stellen sie auf neue LTE- und 5G-Tarife um. Im Optimalfall nutzen die Kunden schon vor der Abschaltung anstatt 3G die schnellere LTE- oder 5G-Technik. Voraussetzung ist natürlich, dass die verwendeten Mobilgeräte die neue Technik unterstützen. Sind die Geräte lediglich 3G-fähig, ist nach der 3G-Netzabschaltung nur noch das Telefonieren im 2G-Netz möglich. Diese Geräte müssen also ersetzt werden. In einigen Fällen kann es vorkommen, dass alte SIM-Karten in den Geräten eingelegt sind, die nicht LTE-fähig sind. In diesem Fall können sich die LTE- oder 5G-fähigen Geräte nicht in die neuen Netze einbuchen, obwohl sie mit der Technik kompatibel sind. Die Provider ermöglichen in der Regel einen kostenlosen Austausch dieser oft über 15 Jahre alten SIM-Karten. Übrigens: Die 2G-Mobilfunknetze (GSM-Netze) sind von der 3G-Abschaltung nicht betroffen. Diese Netze bleiben bestehen und fungieren als Sicherheitsnetz. Denn alle Handys und Smartphones, egal wie alt, funktionieren im 2G-Netz. Die Bevölkerungsabdeckung mit 2G-Netzen liegt bei über 99 Prozent. 

Die Netztester LTE der ENQT GmbH können sämtliche 2G, 3G und 4G Frequenzen erfassen und lassen eine Bewertung der Signalqualität zu. Haben Sie Interesse an Mobilfunkmessungen? Besuchen Sie gerne unseren Shop, schreiben Sie uns eine E-Mail oder rufen Sie uns an +49 40 35 73 20 65! Wir stehen Ihnen gerne zur Verfügung.

, , ,

Ähnliche Beiträge

LTE vs. 5G (Teil 1): Geschwindigkeiten und Frequenzen

5G

Als Besitzer eines modernen Smartphones treffen wir alle regelmäßig auf die Abkürzungen LTE, 4G und 5G. Im Rahmen einer Serie möchten wir auf diesem Blog die Bedeutungen, Charakteristika und Unterschiede dieser Mobilfunkstandards erläutern. Erfahren Sie in diesem ersten Teil unserer Serie alles über die Übertragungsgeschwindigkeiten und Frequenzen von 4G/LTE und 5G.

Weiterlesen

Monopol- und Dipolantennen: Charakteristika und Unterschiede

Antennen sind unverzichtbare Komponenten für Mobilfunkgeräte und -netze. Auch wenn sie in Smartphones von außen kaum noch zu erkennen sind, haben sie entscheidenden Einfluss auf die Performance der mobilen Datenübertragung. Neben der Abstrahlcharakteristik fungiert auch der Antennenaufbau häufig als Klassifizierungsgrundlage. Erfahren Sie in diesem Artikel mehr über die Eigenschaften von Monopol- und Dipolantennen.

Weiterlesen

Installation intelligenter Messsysteme: Mit dem Netztester LTE in 6 Schritten zum Erfolg!

Die planmäßige Funktionsweise intelligenter Messsysteme hängt maßgeblich von der Mobilfunkanbindung ab. Diese zu gewährleisten ist die größte Herausforderung bei der Installation intelligenter Messsysteme. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, am Installationsort vor dem Einbau der Messeinheit eine Mobilfunkmessung durchzuführen. In diesem Beitrag erklären wir Ihnen, wie sie die ENQT-Netztester einsetzten können, und in sechs einfachen Schritten eine erfolgreiche iMSys-Installation durchführen.

Weiterlesen
Menü